Kletterrose wächst nicht richtig!

Eine im Frühling gepflanzte Kletterrose kann noch im gleichen Jahr etwa 2 m in die Höhe wachsen. Manche wachsen im ersten Jahr noch keinen Meter hoch. Welche Faktoren beeinflussen das Höhenwachstum? Wieso blüht eine stark wachsende Rosen im ersten Jahr nur selten? Wieso wachsen stark blühende Sorten langsamer? Weshalb wachsen zwei zur gleichen Zeit gepflanzte Rosen unterschiedlich schnell? Wann ist eine Kletterrose ausgewachsen? Wie kann eine öfterblühende Kletterrose maximales Wachstum leisten?


Anwachsen

Nach der Pflanzung müssen wurzelnackte Rosen ebenso wie Containerrosen zunächst am neuen Standort verwurzeln. Dabei können beide Pflanzweisen unterschiedliche Problem haben. Bei wurzelnackten Rosen ist es wichtig, den Boden tiefgründig zu lockern und für guten Wasserabzug zu sorgen. Nichts mögen Rosen weniger als stauende Nässe an den Wurzeln. Die Verdunstung sollte durch Rückschnitt und ausreichend Anhäufen mit Erde reduziert werden. Auf Dünger und Komposte muss ganz verzichtet werden, denn wurzelnackte Rosen sind empfindlich gegenüber zu hoher Salzkonzentration im Erdreich. Während der Anwachsphase brauchen die jungen Pflanzen ausreichend Wasser. Einmal pro Woche durchdringend Wässern reicht völlig. Zuviel Wasser lässt die jungen Wurzeln faulen.

Bei Containerrosen kann schon bei der Pflanzung mäßig mineralischer oder organischer Dauerdünger gegeben werden. Der Dünger wird nach der Pflanzung aufgestreut und eingearbeitet. Platzieren Sie den Dünger nicht unterhalb der Pflanze. Die Rose sollte mit frischen Wurzeln nach dem Nährstoff suchen müssen.

Die Krux beim Pflanzen von Containerrosen ist das Wasser! Grundsätzlich brauchen sie in der Anwuchsphase mehr Wasser als wurzelnackte Rosen. Sie verfügen aber auch schon über viele Feinwurzeln, die empfindlich gegen Übergießen sind. Die Containerballen nehmen oft nur schwer Wasser auf. Für durchdringendes Wässern muss der Gießvorgang 3-5 Mal wiederholt werden. Im Anschluss mehrere Tage nicht wässern, damit das Wasser abziehen kann.

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Standort und Konkurrenz

Die Bodenbeschaffenheit hat großen Einfluss auf das Wachstum. So kann sich eine Rose in einem sandigen Lehmboden besser und schneller entwickeln als in einem reinen Sandboden. Er bietet ausreichend mineralische Nährstoffe und ausgewogene Feuchte auch in längeren Trockenphasen. Gartenboden ist selten homogen. Die Höhe des Mutterbodens und die Beschaffenheit des Unterbodens spielt ebenfalls eine große Rolle. Möglicherweise befinden sich Nässe stauende Tonschichten oder stark entwässernder Bauschutt unsichtbar darunter. Diese Phänomene werden z.B. sichtbar, wenn ein Rosenbogen einen Gartenweg überspannt, auf beiden Seiten die gleiche Rose gepflanzt wird und trotzdem sehr unterschiedlich wächst. Daher rate ich, das Pflanzloch für Kletterrosen an unbekannten Stellen möglichst tief auszuheben und eventuell Drainageschichten einzubauen oder zu entfernen. Ein Oberboden von 30 cm mit anschießendem Bauschuttuntergrund kann keine gute Basis für eine Kletterrose sein.

Rosen, ausgenommen Ramblerrosen, sind gegenüber anderen Pflanzen eher konkurrenzschwach. Deshalb ist es wichtig, gerade in den ersten Jahren den Boden ca. 40 cm um die Rose herum frei von Bewuchs zu halten und die Konkurrenz um Wasser, Wurzelfläche und Nährstoffe möglichst gering zu halten. Der Abstand zu Gehölzen und Hecken, die eine Konkurrenz um Licht, Wasser und Wurzelraum darstellen, sollte mehrere Meter betragen. Soll eine Kletterrose im Kübel eine ganze Wand begrünen, kann der Kübel nicht auch noch mit Stauden oder anderen Bodendeckern bepflanzt werden. Geben Sie Lavendel und Co einen eigenen Topf, so kann auch die Dünger- und Wassermenge für die Staude optimiert werden.

Normale Kletterrosen eignen sich nicht zum Bewachsen von Bäumen. Hierzu eignen sich ausschließlich einmalblühende Ramblerrosen mit starker Wuchskraft. Achten Sie darauf, das Pflanzloch in einiger Entfernung vom Baum zu graben. Dort fällt es ihnen nicht nur leichter ein ausreichend großes Loch zu graben, sondern auch der Rose fällt es leichter in die Tiefe zu wurzeln. Sie können im Anschluss die Rose über einen Rambler-Bodenanker-Set direkt vertikal in die Baumkrone ziehen. Die Pflanzmethode dicht am Baum ein Loch zu graben und anschließend die Rosenwurzeln mit einem bodenlosen Eimer gegen die Baumwurzeln zu schützen, dauert in jedem Fall länger.

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Wachstum

Der größte Faktor für schnelles Wachstum ist selbstverständlich die Rose selbst. Eine natürliche Kletterrose war genetisch für schnelles und großes Wachstum optimiert. Diese Rosen, zu denen die Ramblerrosen gehören, wuchsen im ersten Jahr nur mit vegetativen, also grünen Trieben, um möglichst schnell an Höhe zu gewinnen. Heute wird von der Kletterrose verlangt, sie soll schnell wachsen und möglichst auch öfter im Jahr blühen. Leider funktioniert die Natur so nicht. Aus diesem Grund sind die meisten neuen Kletterrosen wuchsschwächer und erreichen nach 3 Jahren eine Endhöhe von 2 bis 2,5 m. Die meisten dieser Kletterrosen blühen auch schon im ersten Jahr, weshalb sie oft unter ihren Wuchsmöglichkeiten zurückbleiben, denn während der Blütezeit wächst eine Rose nicht in die Höhe.

Wachstum und Blüte einer Rose sind hormongesteuert. In senkrechten Trieben sind die Hormone für Wachstum und Blüte gemischt und die Rose wächst so lange aufrecht weiter, bis der Trieb sich selbst nicht mehr tragen kann und überhängend wächst. Dabei spalten sich die Hormone auf und bei öfter- blühenden Rosen entstehen Seitentriebe mit Blüten. Bei starkwachsenden Ramblerrosensorten blüht der einjährige Trieb generell nicht. Blütentriebe können erst am zweijährigen Holz entstehen. Das ist auch der Grund, warum sie so enorm groß werden können und öfterblühende Rosen nicht.

Möchten Sie nun im ersten Jahr eine öfterblühende Kletterrose möglichst groß werden lassen, dann binden Sie alle jungen Triebe so senkrecht wie möglich nach oben. Schneiden Sie neue Seitentriebe sobald sie erscheinen ab und lassen Sie die Rose nicht zur Blüte kommen. So kann sie maximale Wuchshöhe im ersten Jahr erreichen. Schneiden sie in keinem Fall junge und starkwachsende vegetative Triebe zurück. Sie sind verantwortlich für den Höhenwuchs und die Blütentriebe für das nächste Jahr.

Für die weitere Pflege Ihrer Kletterrose schauen Sie bitte in meine Schnitthinweise für Kletterrosen.

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