zur Hauptseitezu den Dahlienknollen

Rosen in Zeiten des Klimawandels

Situation

Der Klimawandel stellt alle Gartenbesitzer vor große Herausforderungen, denn Hitzesommer und Dürren in Deutschland werden immer häufiger und extremer. Besonders der zunehmende Hitzestress, bei nicht ausreichender Wasserversorgung über immer längere Zeiträume, beeinflusst das Wuchs- und Blühverhalten der Rosen im Garten. Dabei ist die Rose an sich als Pioniergehölz und Tiefwurzler schon sehr gut an trockene Bedingungen angepasst. Sie erreicht auch noch Wasserquellen in einer Tiefe von zwei bis drei Metern. Jedoch längst nicht jede Rosensorte kommt mit schwierigen Bedingungen im Garten zurecht. Deshalb müssen jetzt geeignete Rosensorten selektiert werden, die auch an heißen Standorten im Garten gut wachsen und zufriedenstellend blühen können. Bei vielen existierenden Sorten muss die Standortwahl bei Neupflanzung im Garten angepasst werden.

nach oben

Standort

Der Standort im Garten wird für Rosen immer wichtiger, denn bei Hitze wachsen Rosen meist nur bis ca. 26°C normal. Steigen die Temperaturen über 30°C, stellen viele Sorten das Wachstum ein. Viele Rosensorten sollten deshalb nicht auf Hitzebeeten eingesetzt werden. Rosen wachsen in gut durchlüfteten und etwas kühleren Beeten besser und sind mit weniger Hitzestress auch weniger anfällig für Krankheiten. An Standorten mit stauender Hitze müssen Rosen ihre innere Temperatur regeln. Sie regulieren sie durch die Steigerung ihrer Verdunstung. Aus diesem Grund sind ihre Spaltöffnungen auf der Blattunterseite zum Gasaustausch dauergeöffnet. Leider nutzen die Mehltaupilze diese Eintrittstore zur Invasion. Je trockener und heißer der Standort, desto mehr werden auch Spinnmilben im Sommer zum Problem, die dort perfekte Bedingungen vorfinden.

nach oben

Sortenwahl

Die Sortenwahl wird in Zukunft immer wichtiger werden. Dabei wird es nicht nur um Krankheits- und Schädlingsresistenz gehen, sondern auch eben um Trockenheitsresistenz, Hitzetoleranz und hitzefeste Blüten. Besonders dann, wenn Rosen eben doch auf heißen Beeten gepflanzt werden sollen.

Hier eine Auswahl von Rosensorten die mit heißen Standorten gut zurecht kommen:
Bodendeckerrosen: Heidetraum, Hotline, Alexander von Humboldt, Gärtnerfreude, Stadt Rom, Rosa Sternenflor, Sedana, Innocencia, Diamant
Edelrosen: Paco Rabanne, Piano, Sunny Sky, Vulcano, Wedding Piano, Leo Ferré, Feurio
Beetrosen: Roseninsel, Tequila, Theodor Fontane, Summer of Love, Marie Curie, Impala, Aspirin, Black Forest Rose, Bonica, Garden of Roses, Hansestadt Rostock, Leonardo da Vinci, Phoenix, Pink Forest Rose, Pomponella, Sirius, Mango
Strauchrosen: Arabia, Mozart, Eden Rose, Matthias Claudius Rose, Sahara, White Angel, Bokavu, Ballerina, Christian Schultheis
Kletterrosen: Florentina, Peach Melba, Rosanna, Orange Dawn

nach oben

Duftrosen

Alle lieben Duftrosen! Viele der Sorten wachsen auch an heißen Standorten optimal. Jedoch verwelken die Blüten innerhalb weniger Tage. Duftrosenblüten kommen leider mit extremer Hitze nur schlecht zurecht und sollten deshalb in Zukunft an sonnigen, aber weniger heißen Standorten gepflanzt werden, um ihre Blüten länger genießen zu können. Heiße und trockene Balkone sind deshalb für Duftrosen kein geeigneter Standort.

nach oben

Verbesserung der Bedingungen

Es wird in Zukunft immer wichtiger werden, gut mit Wasser zu haushalten und nicht nur die Pflanzen zu gießen, sondern auch für ein nachhaltiges Verbleiben des Wassers in der Umgebung der Pflanze zu sorgen. Gießt man Rosen auf sandigen Böden, versickert das Wasser recht schnell. Hier können schon bei der Pflanzung, aber auch noch in den Folgejahren die Wasserhaltekräfte des Bodens verbessert werden. Bei der Pflanzung sollte zur Bodenverbesserung Bentonit, ein Tonmineral mit starkem Wasser- und Nährstoff absorbierenden Eigenschaften mit in den Boden gemischt werden. Schon mit ein bis zwei Händen Bentonit verbessert man die Wasserhaltekraft des Bodens nachhaltig. Ein neues Produkt ist Geohumus, das aus Bentonit und Biopolymeren hergestellt wird. Es quillt auf und kann das 40fache seines Eigengewichts an Wasser speichern. Es reduziert die Gießgänge um bis zu 30%. Ab dem zweiten Standjahr empfiehlt es sich, jedes Jahr Kompost in den Boden einzuarbeiten. Das organische Material speichert Wasser und liefert gleichzeitig Nährstoffe an die Pflanzen. Eine leichte Abdeckung des Oberbodens unter der Pflanze mit Gartenfaser oder Schafwollscheiben reduziert die Verdunstung des Bodens, unterbindet aber nicht den Gasaustausch mit der Umgebung wie bei Rindenmulch. Denn bei Rindenmulch ist zwar Unkraut gut bekämpft und mehr Feuchtigkeit im Boden, jedoch werden die Pflanzen oft wuchsdepressiv durch den schlechten Gasaustausch.

nach oben

Pflanzform

Wie schnell sich eine Rose selbst versorgen kann und nachhaltig an das Wasser tieferer Bodenschichten gelangt, hängt auch von der Pflanzform ab. Am besten und schnellsten dringen „wurzelnackt“ gepflanzte Rosen in die Tiefe vor. Sie treiben auch nur so schnell aus, wie die Rose sich selbst mit Wasser versorgen kann. Gute Erfahrungen haben wir auch mit unseren Ramblerrosen in kleinen 3-Liter-Töpfen gemacht. Sie werden als junge Veredelungen direkt im kleinen Topf kultiviert und durchwurzeln diesen gleichmäßig. Da sich die Rambler sehr stark entwickeln, müssen sie schnell nach tiefen Wasserquellen suchen. Containerrosen mit größerem Topfvolumen sind in ihrer Tiefenwurzelbildung relativ faul, weil der Wurzelballen die Rose gut mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Besonders in der Gärtnerei werden sie mit Wasser und Nahrung bestens versorgt. Aus diesem Grund müssen als Containerrosen gepflanzte Rosen noch mindestens 3 Jahre lange im Sommer gegossen werden, wurzelnackt gepflanzte Rosen nur im Pflanzjahr. Bei Pflanzung in einen Kübel müssen selbstverständlich alle Pflanzformen immer gegossen werden. Veredelte Rosen sind hitzebeständiger als wurzelechte, durch Stecklinge gezogene Rosen. Diese sind optimal im Kübel bei ausreichender Wasserversorgung. Pflanzt man sie jedoch ins Land, haben sie oft Schwierigkeiten sich an verschiedene Bodenverhältnisse anzupassen und sind mit ihren Wurzeln eher im trockenen Oberboden. Sie haben weniger den Tiefendrang der Wildrosenunterlagen. Natürlich gibt es hier große Sortenunterschiede. Für eine Zukunft der wurzelechten Rosen im Garten muss noch viel Züchtungsarbeit geleistet werden.

nach oben