Kübelrosen im Spätsommer
Wie haben Ihre Kübelrosen den Sommer überstanden? Viele Kübelrosen an exponierten Standorten hatten es in diesem Sommer sehr schwer! Bei Temperaturen von über 38 Grad wurden ihre Wurzeln im Kübel regelrecht „gebacken“. Da half häufig auch regelmäßiges Gießen nicht mehr aus.Aus diesem Grund gibt es hier einen kleinen Rückblick auf die Themen Hitze und Gießen – und darauf, welches Material für Rosenkübel in Zukunft wohl am besten geeignet ist.
Vor diesem Sommer habe ich immer gesagt, dass das Material des Kübels eigentlich keine große Rolle spielt, denn Rosen wachsen in Ton ebenso gut wie in Kunststoff. Nach diesem außergewöhnlich heißen Sommer würde ich diese Aussage allerdings korrigieren.
So stylisch dunkle und schwarze Kunststoffkübel auch sein mögen: Bei starker Sonneneinstrahlung heizen sie sich extrem auf und die Wurzeln der Rosen werden regelrecht mitgegart. Wenn Sie künftig Kunststoffkübel verwenden, sollten diese deshalb möglichst helle Farben haben, um eine zusätzliche Erwärmung des Wurzelbereichs zu vermeiden.
Auch der klassische Terrakotta- oder Tontopf sollte wieder stärker in den Fokus rücken. Das Naturmaterial besitzt eine feine Porenstruktur, durch die Wasser in die Topfwände gelangen und dort bei Hitze verdunsten kann. Dabei entsteht Verdunstungskälte – vereinfacht gesagt eine Art „Klimaanlage für die Wurzeln“.
Da Kübelrosen im Sommer sehr häufig gegossen werden müssen, gleichzeitig aber dauerhaft keine nassen Füße mögen, möchte ich noch einmal dringend zu einer 5–8 cm starken Drainageschicht aus Tonscherben oder Blähton am Boden des Kübels raten. Legen Sie zwischen Drainage und Erde ein wasserdurchlässiges Vlies oder eine Schafwollmatte. So verhindern Sie, dass über die Zeit Erde in die Drainageschicht eingeschwemmt wird und diese verstopft.
Falls Ihr Kübel in einem Untersetzer steht, sollten Sie ihn unbedingt auf kleine Hölzchen oder Füßchen stellen, damit überschüssiges Wasser problemlos aus dem Kübel ablaufen kann. Gerade bei starken Regenfällen im Herbst und gleichzeitig nachlassendem Wasserbedarf der Pflanze schützen Sie die Rose so vor Staunässe und Vernässung.
Um grundsätzlich Wasser im Kübel zu sparen, empfehle ich als oberste Abdeckung eine etwa zwei Finger starke Mulchschicht aus Holzfasern (z. B. Container-Mulch) oder grober Pinienrinde. Ebenso gut eignet sich ein mineralischer Mulch aus Lavagranulat oder grobem Splitt. Grundsätzlich sollten die Rosen im Kübel jetzt nicht mehr mit einem normalen Dünger gedüngt werden. Die meisten Dünger haben eine längere Wirkungsdauer und können dazu führen, dass die Rosen im Herbst weiterhin stark wachsen und nicht ausreichend zur Ruhe kommen. Im September ist allerdings noch Zeit für eine Abschlussdüngung mit Patentkali bzw. Kalimagnesia, um die Ausreife der Triebe zu fördern und die Pflanzen auf den Winter vorzubereiten.
Falls Ihre Rosen bereits voll mit Knospen stehen, gleichzeitig aber sehr hellgrün und etwas „hungrig“ aussehen, können Sie sie bis Ende September noch mit einem sofort wirksamen Flüssigdünger etwas unterstützen. Hierzu empfehle ich ausschließlich Vitanal Rosen Professionell. Dieser Dünger besitzt nur eine sehr milde Düngewirkung in Form von Aminosäuren. Diese sind sofort pflanzenverfügbar und können die Rose noch etwas versorgen, ohne sie zu stark zu einem neuen Austrieb anzuregen.
