Fragen zu Rosenmerkmalen

Was ist Rosenduft?

Einer der unglaublichsten Duftkompositionen ist der Duft der Rose. Er setzt sich aus tausenden verschiedenen Aromen zusammen und kann die vielfältigsten Formen annehmen. Im Parfum der Antike war Rosenöl nicht wegzudenken. Schon die Römer kultivierten Rosen auf Rosenfeldern zur Rosenölproduktion. Man weiß zwar heute nicht mehr, welche Sorten sie verwendeten, jedoch waren es wahrscheinlich Sorten wie die Apothekerrose 'Officinalis', die Alba Rose 'Semiplena' und verschiedene Damaszenerrosen, die die Römer aus dem fernen Orient mit nach Italien brachten. Die schweren süßen Düfte der Damaszenerrose werden noch heute oft in der Parfumindustrie verwendet. Das berühmte Parfum Chanel No.5 trägt als wichtigste Duftnote den Rosenduft. Heute wird das meiste Rosenöl in Bulgarien hergestellt. Zur Herstellung nur eines Milliliters des wertvollen Rosenöls werden etwa 5 kg Blütenblätter benötigt. Es empfehlen sich besonders Sorten wie Trigintipetala (die Bulgarische Ölrose) oder die Damaszenerrose Rose de Resht. Früher wurde das Rosenöl mit Gold aufgewogen und auch heute ist das ätherische Rosenöl im Verhältnis günstig, aber noch immer wertvoll.

Neben dem Duft für die Ölproduktion spielt dieser auch bei den Gartenrosen eine wichtige Rolle. Nur durch ihren Duft ist die Rose die Königin der Blumen und mit keiner anderen Pflanze zu vergleichen. Der Duft kann Menschen auf emotionale Weise berühren und bleibt vielen auf ewig in Erinnerung. Viele ältere Menschen lieben den Rosenduft, weil gerade durch ihn Kindheitserinnerungen geweckt werden.

Das unglaubliche am Rosenduft ist, dass er von jeder Person anders wahrgenommen wird. Manche Menschen empfinden z.B. einen intensiven Myrrheduft bei Rosen als angenehm, andere können ihn überhaupt nicht ausstehen. Wieder andere Düfte, wie z.B. der edle Teerosenduft der alten Hochzeitsrose Maréchal Niel, können nicht von jeder Person wahrgenommen werden. Um 1900 wurden sogar Zigarren mit dem Aroma der 'Maréchal Niel' angeboten. Der zarte und angenehme Duft der Wildrosen wurde früher als etwas Besonderes empfunden, heute ist unsere Nase an so viele aufdringlich Gerüche gewöhnt, dass sie vielen Menschen kein Erlebnis mehr bieten kann. Aber es lohnt sich trotzdem! Der Rosenduft ist ein Kosmos für sich, denn der Duft einer jeden Rose setzt sich aus unterschiedlichen Aromen zusammen, die ihn unverwechselbar machen. Viele Rosen können mit Ihrem Duft überraschen, denn als Laie erwartet man keinen Anis-, Himbeer-, Bananen-, Zitrus-, Birnen-, Vanille-, Grapefruit- oder Pflaumenduft bei einer Rose!

Himbeerduft

Fragrant Alizée

Anisduft

Paul Ricard

Zitrusduft

Frederic Mistral

Grapefruitduft

Beverly

Myrreduft

Constance Spry

Melissenduft

Golden Silk

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Was sind stachellose Rosen?

Das Sprichwort Keine Rose ohne Dornen entspricht nicht ganz der Wahrheit, denn zum einen gibt es wirklich einige Vertreter mit sehr wenig bis gar keiner Bestachelung, zum anderen haben Rosen keine Dornen sondern Stacheln. Eigentlich müsste das Märchen der Gebrüder Grimm Stachelröschen statt Dornröschen lauten. Nur gut, dass in einem Märchen alles erlaubt ist, denn Dornröschen hört sich einfach besser an.

Der botanische Unterschied zwischen Dornen und Stacheln ist, dass Dornen aus dem Holzteil entspringen und Stacheln dem Holzteil aufsitzen. Der Holzteil sitzt bei Gehölzen unter der Rinde und ist zum Wassertransport und zur Stabilisierung nötig. Dornen haben z.B. Weißdorn oder Sanddorn.

Sogar bei uns im Rosendorf hat sich über die letzten hundertvierzig Jahre der Begriff Blättern & Dörnern (Säubern der Edelreiser zur Veredlung) durchgesetzt.

Wer glaubt, stachellose Rosen wüssten sich nicht zu wehren, der irrt, denn oft sitzen kleine hinterlistige Stacheln an der Mittelrippe der Blattunterseite und sorgen für so manche Überraschung.

Vielleich stimmt das Sprichwort ja doch...

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Wie kommt es zu gestreiften Rosen?

Gestreifte Rosensorten sind kein Wunder der Natur. Ihre Streifen, die so genannten Panaschierungen, bekommt eine Rose durch eine Virusinfektion. Aber keine Angst! Dieses Virus ist nicht schädlich und geht auch nicht auf andere Rosen über. Es sitzt tief verwurzelt in den Zellkernen der Rose und wird bei der Vermehrung oder auch bei der Entstehung einer neuen Rosensorte durch Kreuzung in den meisten Fällen mit vererbt.

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Erkennt man edle Rosen an fünf Blättchen?

Diese falsche Regel entstand in einer Zeit, als fast ausschließlich Edelrosen gehandelt wurden und ist eine reine Vereinfachung, die auf Edelrosen zutreffen mag. Heute werden sehr viel mehr Rosensorten gehandelt und viele Strauchrosen, Bodendeckerrosen und Ramblerrosen haben sieben oder mehr Blättchen an einer Blattspreite. Trotzdem sind sie edel. Bei Historischen Rosen und besonders bei Wildrosen sind meistens sieben oder mehr Blättchen anzutreffen.

Manche Sorten sind leider in Laub und Stacheln den Wildrosenwurzelstöcken so ähnlich, dass sie ohne Blüte nur vom Fachmann auseinander gehalten werden können. Achten Sie darauf, woher die Triebe kommen. Oft entstehen Wildtriebe unterhalb der Veredlungsstelle und sind so leicht zu identifizieren. Die Wildrosenunterlage besitzt mattes, olivgrünes, kleines Laub und ist am Rand leicht gezähnt. Die Triebe besitzen am Holz oft nur wenige Stacheln. Leicht kann es zur Verwechslung mit den starken Juli/August-Trieben kommen, die aus der Basis austreiben und senkrecht in die Höhe wachsen. Sie werden oft höher als der Busch und sollten nur auf Buschhöhe eingekürzt und nicht ausgelichtet werden.

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