Der perfekte Rosenbogen

Der perfekte Rosenbogen

Ein Rosenbogen ist der Klassiker im Garten. Er kann als Eintritt in Ihren Garten aber auch als Trennelement zwischen zwei Gartenräumen dienen. Nicht jeder Rosenbogen muss durchschritten werden. Als Abschluss von Wegen oder zum Schattieren einer Gartenbank finden kreative Gärtner viele passende Orte im Garten.

Um dauerhaft Freude am Rosenbogen zu haben, ist selbstverständlich die Wahl der Rosen entscheidend. Es lehnen leider viel zu häufig die falschen, nicht geeigneten Rosen am Bogen. Dabei gibt es doch im Rosenreich so viele gute Sorten, die sich ideal für Rosenbögen eignen.

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Das richtige Maß

Neben den Rosen sind Maße und Material des Rosenbogens von Bedeutung. Wird der Bogen als Durchgang verwendet, empfehle ich ein Mindestmaß von 160 cm Breite und 240 cm Höhe. Größer geht natürlich immer! Nach meiner Erfahrung hat sich herausgestellt, dass kleinere Bögen im bewachsenen Zustand schnell zu eng sein können. Keiner möchte mit der Kleidung an Rosen hängen bleiben oder ständig lästige Triebe schneiden, die in den Durchgang hängen. Dazu später noch mehr bei der Sortenwahl. Steht der Bogen nur zu Deko zwecken, ohne Durchgang, kann auch ein kleineres Maß gewählt werden.

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Die richtige Form

Ebenso vielzählig wie die Verwendungsmöglichkeiten, sind auch die Formen der Rosenbögen. Schmale Wege entlang des Hauses können einseitig mit einem Halbbogen überspannt werden. Die Hausseite, die als Rosenstandort ohnehin zu trocken wäre, bleibt hier frei. Höhere und breitere Bögen können sogar die Hauseinfahrt überspannen. Stehen Sie vor der Entscheidung, ob ein Bogen vor dem Hauseingang oder eher auf die Gartenseite gestellt wird. Dann empfehle ich aus praktischen Gründen die Gartenseite. Denken Sie z. B. an Möbellieferungen, Umzüge etc. Die vorgegebene Durchgangsbreite oder Höhe kann hier zum Problem werden.

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Gutes Material

Beim Kauf von Rosenbögen empfehle ich ausschließlich gut verarbeitetes und ausreichend starkes Metall. Es muss kein Vollmaterial sein, aber es muss dem Gewicht von ausgewachsenen Rosen in voller Blüte bei einem Sommergewitter standhalten. Sie sehen einem Bogen meist auf den ersten Blick an, ob sie es ihm wirklich zutrauen oder ob es eine windige Geschichte werden kann. Von Holzbögen rate ich ab, denn Holz muss gepflegt werden und das ist bei einem bewachsenen Bogen nicht möglich. Ob Sie einer verzinkten oder pulverbeschichteten Variante den Vorzug geben, ist reine Geschmackssache. Beides funktioniert und bleibt über Jahrzehnte gut erhalten. Aufwendige Formen werden Sie ab dem dritten Standjahr nur zur laublosen Zeit im Winter wiedersehen. Mit den passenden Rosensorten bewachsen ist die Bogenform im Sommer unsichtbar.

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Welche Rosen am Rosenbogen?

Öfterblühende Ramblerrosen

Perfekte Form am Bogen zeigen besonders öfterblühende Ramblerrosen. Diese eher wuchsschwachen Ramblersorten bleiben mit 2–3 m Höhe wesentlich kleiner als ihre großen Artgenossen, die spielend ganze Bäume erklimmen können. Sie umschlingen mit vielen weichen Trieben den Bogen und bilden auch an den Seiten sehr viele Seitentriebe aus. Mit dieser Art von Rose erzielen Sie formschöne und voluminöse Bögen. Sie sind besonders gut für freistehende Bögen aber auch als Abschluss von Wegen oder als Laube geeignet. Mit diesen Rosensorten können Sie gute Ergebnisse erwarten: Ghislaine de Féligonde (lachsrosa-gelb), Lemon Rambler (zartgelb), Perennial Blue (violettrot), Super Excelsa (rosarot), Super Dorothy (rosa), New Dawn (zartrosa), Guirlande d'Amour (weiß, mit ADR Prädikat) und Christine Hélène (weiß-gelb)

Christine Helene

Kletterrosen

Ältere Generationen großblumiger Kletterrosen (1950–1990 z.B. Sympathie oder Pink Cloud) sind weniger für Rosenbögen geeignet. Ihre Wuchskraft ist oft erheblich und sie wachsen mit starken Trieben senkrecht in den Himmel. Am Rosenbogen werden sie sehr pflegeaufwendig und führen nach wenigen Jahren zu blatt- und blütenlosen Rosenbogenseiten. Die Musik der Kletterrosen spielt in der Höhe. Nachdem sie erfolgreich den runden Rosenbogen überwachsen haben, schießen nach einer tollen Blüte schon die nächsten jungen Triebe senkrecht in den Himmel. Meiner Ansicht nach passt das steife Wuchsbild nicht zu dem eines runden Rosenbogens.

Sollten Sie jetzt an Ihren eigenen Rosenbogen denken und Ihnen ein „ja, genau so ist das“ in den Sinn kommen, dann waren Sie bitte meinen nächsten Newsletter im März ab. Ich werde dann wieder den Schnitt der Rosen zum Thema haben und als Folgethema nochmal besonders auf den Schnitt alter Kletterrosen am Rosenbogen eingehen.

Neuen Generationen von Kletterrosen, die fast alle geringere Wuchsstärke als Ihre Vorfahren zeigen, können erfolgreich an Rosenbögen verwendet werden. Es sind eine Reihe von sehr gesunden Rosensorten darunter, viele mit ADR Prädikat. Empfehlenswert sind Sorten wie Jasmina (rosa, ADR), Laguna (magentarosa, ADR), Amadeus (samtrot, ADR), Penny Lane (zartapricot) oder Hella (weiß, ADR).

Red Flame (samtrot) ist zwar eine steiftriebige Rosensorte, bringt aber ausreichend Seitentriebe sowie viele Triebe aus der Basis der Rose. Sie kann, mit dem richtigen Schnitt und frühzeitigen anbinden junger Triebe, eine schöne Rose am Rosenbogen sein. Sie besitzt im Gegensatz zu den meisten idealen Bogenrosen einen wunderbaren Duft und ist auf jeden Fall einen Versuch wert.

Jasmina
Amadeus

Englische Rosen

Wer einen herrlichen Rosenduft und dichtgefüllte Rosen bei den perfekten Rosenbogensorten vermisst, der kann vielleicht mit Englischen Rosen glücklich werden. Einige Rosen des englischen Rosenzüchters David Austin sind auf Lehmböden eher Kletterrosen als Strauchrosen und gerade richtig für Obelisken oder Rosenbögen. Auf leichten, nährstoffarmen Sandböden kann die Wuchskraft zu schwach sein.

Eine meiner Favoriten unter diesen Englischen Kletterern ist James Galway (rosa), eine der besten Englischen Rosen überhaupt. Ebenfalls gut für den Rosenbogen geeignet sind die Sorten St. Swithun (zartrosa), Teasing Georgia (gelb), Spirit of Freedom (rosa), The Pilgrim (gelb), Graham Thomas (gelb) und Claire Austin (cremeweiß).

Für schnellere Ergebnisse mit Englischen Rosen lohnt es sich zwei Pflanzen im Abstand von gut 20 cm pro Bogenseite zu pflanzen. Sie eignen sich auch besonders für Standorte, an denen aus Platzgründen schlanker Wuchs gefragt.

Graham Thomas
James Galway
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