Duft der Rosen

Die Seele der Rose ist ihr Duft

Das Rosen nicht nur durch ihre Blütenschönheit faszinieren, sondern auch seit alters her ihres betörenden Duftes wegen geliebt werden, ist kein Geheimnis. Doch Rosenliebhaber wissen, dass es zahlreiche Sorten gibt, die keinerlei Parfüm auflegen. Das erklärt sich durch das Einkreuzen duftloser Wildrosen die zwar Tugenden wie Dauerblüte oder ein erweitertes Farbenspektrum in den Stammbaum der gezüchteten Rosen einbrachten, aber eben nur leicht oder gar nicht duften. Bei Zuchtlinien von Treibhausrosen oder auch Beet- und Bodendeckerrosen sind gewisse Pflanzentugenden eher gefragt als Duft – und kommt entsprechend selten dort vor.

Doch viele Alte Rosen, Edelrosen und einige Strauchrosen verwöhnen und mit ihrem Wohlgeruch, der sehr unterschiedlich ausfallen kann und den Charakter der Rose einzigartig abrundet.

Ich freue mich immer auf die erste blühende Rose des Jahres – bei uns ist es die leider nicht sehr winterharte Noisette-Rose Maréchal Niel. Sie steht im Gewächshaus und öffnet ihre Blüten daher meist schon im April. Der intensive Duft ist genau genommen nicht wirklich rosig – vorausgesetzt man legt einen Damaszenerrosenduft wie er für Parfüms und Seifen verwendet wird, zu Grunde. Die Rosenkennerin Alma de l’Aigle schrieb darüber „[…] er hat die Lieblichkeit der Teerose, die Kraft des Lilienduftes und doch diese schwebende Leichtigkeit […]“ Und hier sind wir bei einer echten Schwierigkeit beim Beschreiben von Düften. Das funktioniert nur, wenn der Leser die Vergleichsdüfte auch kennt. Und wer kann schon einen Teerosenduft identifizieren? Alle die ihn noch nicht kennen, müssen sich mit Vokabeln wie fein-herb, markant-würzig oder ein Hauch von Moschus, nur ganz anders herum schlagen.

nach oben Ulrich Brunner Fils

Meine liebsten Duftrosen

Es bleibt nichts anderes übrig, als sich einmal selbst durch das Sortiment durch zu schnuppern. Vielleicht haben Sie Lust einmal bei meinen persönlichen Favoriten anzufangen, sowie der Rosenflor wieder einsetzt.

Historische Rosen

Bei den Alten Rosen liebe ich beispielsweise die Alba-Rose Königin von Dänemark (weicher Rosenduft), die Portland-Rose Mme Boll (ziemlich typisch rosig), die Noisette-Rose Mme Alfred Carrière (süßlich mit Harz-, Honig- und Pollennote), die Bourbon-Rosen Mme Isaac Pereire (Rose mit Himbeere), Louise Odier und Reine Victoria (beide Rose mit Zitrus) sowie die Remontantrosen Ulrich Brunner Fils (Rose mit Apfel und Vanille), Mrs John Laing (weich rosig und nach Puder) und last not least Tom Wood (rosig mit holzigen Anklängen).

Mme Alfred Carriere

Moderne Rosen

Aber auch unter den modernen Rosen finden sich superbe Duftsorten. Vor allem Edelrosen wie Frederic Mistral (Rose und viel Zitrus), Grande Classe und ihre kletternde Version Red Flame, Duftfestival und Broceliande (Rose und Himbeere), Chandos Beauty (Himbeere, dazu leicht Gewürznelke und Zimt), Bernadette Lafont und Manuela Schultheis (beide rosig mit Anklängen diverser Sommerfrüchte) sind wahre Duftstars. Aber auch der Ruhm Englischer Rosen und ähnlicher nostalgisch wirkender Strauchrosen ist wohlbegründet durch den herrlichen Duft – allen voran Abraham Darby und Felidaé (Unternote Rose, dazu prickelnde fruchtige Akzente).

Felidae nach oben