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Rosa gallica
Rosa rubra, Provins-Rose, Essig-Rose
Nach Mitteleuropa kam die Rosa gallica durch die Kreuzritter, die sie aus Syrien und dem vorderen Orient mitbrachten. Der Legende nach brachte der Kreuzritter Theobald II (König von Navarra und Graf der Champagne) die ’Red Rose of Damask’, die später als die „Apotheker-Rose“ Weltruhm erlangte, in das kleine französische Städtchen Provins südlich von Paris. Dort entstand im 13. bis 18. Jahrhundert n. Chr. ein Zentrum des Rosenanbaus zur Gewinnung von Rosenöl. Da an der Hauptgeschäftstraße des kleinen Städtchens sehr viele Apotheken versuchten Rosenöl und die daraus hergestellte Medizin zu verkaufen, erhielt sie schon bald den Namen „Apotheker-Rose“ bzw. Rosa gallica ’officinalis’. Sie war zu dieser Zeit die meist angebaute Rose, da Ihre Blütenblätter den höchsten Ölgehalt aufwiesen.
R. gallica 'Versicolor' (R. mundi) ist ebenfalls schon seit dem Mittelalter berühmt. Mit einzigartigem Farbspiel in den feinsten Nuancen auf großen, seidigen Blütenblättern. Gallica-Rosen sind besonders für ihre dunklen karmin- bis pururfarbenen Sorten bekannt. Die berühmtesten und einzigartigen Sorten sind 'Tuscany', 'Cardinal de Richelieu' und 'Charles de Mills'.
Es gibt eine Vielzahl von Gründen, weshalb die Rosa gallica-Hybriden auch heute noch sehr beliebte Gartenpflanzen sind. Einer der Gründe ist, dass die meisten Sorten sehr gesund sind - Sternrußtau lässt sich eigentlich gar nicht und Mehltau nur selten an den Sträuchern sehen. Rosenstacheln sind bei den meisten Sorten praktisch nicht vorhanden, sondern es überwiegt die typische leichte Behaarung der Rosa gallica, an der man sich kaum stechen kann. Das macht sie äußerst sympathisch! Die Blüten von Rosa gallica-Züchtungen leuchten fantastisch in allen Rottönen – von rosa über karmin ins dunkelrote, von purpur bis tief violett! Ihre Form ist ebenfalls sehr vielfältig und variiert von einfach und ungefüllt bis stark gefüllt und vor Blütenblättern geradezu überschwelgend (und natürlich herrlich duftend!).
Typisch ist für eine Rosa gallica neben ihrem Duft auch ihr Äußeres: die Blüten stehen an langen, ebenfalls leicht behaarten Blütenstielen, das Laub wölbt sich von der Mittelrippe aus leicht bogig nach oben, die Lauboberfläche ist rau und ledrig. Der Strauch einer Rosa gallica wird etwa 1,2 bis 1,5 m hoch und breit. Bei ungeschnittenen Sträuchern bildet sich eine Art Halbkugel, da die Triebe während der Blütezeit von den schweren und unzähligen Blüten nach unten gezogen werden.
Alle Rosa gallica-Sorten bilden gerne Ausläufer. Zweifelsohne haben sie durch diese Fähigkeit viele Jahrhunderte überlebt und können viel älter werden als die meisten Rosen ohne sie.
Hier können Sie meinen Artikel über Gallica-Rosen in der "Rosenfaszination Frühjahr 2008 - Gallica Spezial" exclusiv downloaden [pdf 1,3MB].
[Christian Schulheis]
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