|

Kamelien
Im Frühjahr verwandeln Kamelien in großer Anzahl den Rosenhof in ein bezauberndes Blütenparadies. Im März finden alljährlich unsere Kamelientage statt, dann ist auch die beste Pflanzzeit für Kamelien.
Kamelien sind in ihrem ursprünglichen asiatischen Verbreitungsgebiet Pflanzen des lichten Waldes und des Waldrandes mit reichlich Niederschlägen oder Nebelbildung.
Daraus ergeben sich alle Ansprüche, die diese Pflanzen an Licht, Temperatur, Wasser und Boden stellen. Dass dies nicht schwierig ist, hat die Kultur von Rhododendren bewiesen, die zum großen Teil aus dem gleichen Gebiet stammen und den meisten Gartenbesitzern schon so ans Herz gewachsen sind, dass sie beinahe selbstverständlich in unsere Gärten gehören.
Frostharte Kamelien können ebenso wie die Rhododendren in leicht saure Erde und an halbschattige Plätze gepflanzt werden. Ist keine Walderde im Garten vorhanden, verwendet man am besten spezielle Moorbeeterde aus Säcken mit einem Zuschlag von Rindenhumus (im Verhältnis 60% Moorbeeterde, 40% Rindenhumus), welche in große Pflanzlöcher eingebracht wird. Gut bewährt haben sich separat angelegte Beete evtl. mit anderen Moorbeetgewächsen kombiniert.
Ein halbschattiger Standort hat den Vorteil, dass Luft- und Bodenfeuchte konstanter bleiben und der Temperaturwechsel nicht zu stark ausfällt. Kamelien vertragen aber durchaus auch einen sonnigen Standort, wenn Luft- und Bodenfeuchtigkeit gewährleistet sind.
Ist eine Frostperiode mit tiefen Temperaturen angesagt, sollte auch frostharten Kamelien zur Sicherheit Winterschutz gegeben werden und diese bei offenem Boden - falls notwendig - noch einmal gründlich gewässert werden. Eine hohe Schicht Laub im Wurzelbereich, das Schattieren mit Rohrmatte an Stellen mit viel Sonne oder das Abhängen der Pflanzen mit Vlies genügen bereits.
Haben Sie sich für eine noch junge Pflanze entschieden, sollten Sie diese noch so lange im Topf pflegen, bis sie kräftig genug geworden ist, d.h. etwa 0,5 - 1 m hoch ist.
|
|
Werden Kamelien in Kübeln kultiviert, verwendet man ebenfalls fertige Moorbeeterde. Besonders im Kübel sollte man darauf achten, dass die Pflanzen gleichmäßig feucht gehalten werden. Ein sonniger Standort im Garten wird vertragen, jedoch keine stauende Hitze, z.B. auf vollsonnigen Balkonen. Ein Standort, der im Sommer vor der Mittagshitze geschützt ist, ist in jedem Fall sehr gut geeignet.
Vor Einbruch des Winters werden sie an einen hellen Überwinterungsplatz gebracht. Leichter Frost wird vertragen, jedoch nicht das Durchfrieren des Topfes und starke Sonneneinstrahlung! Eine Überwinterungstemperatur von ca. 5 C° ist am Günstigsten. Die Pflanzen sollten luftig stehen und leicht feucht gehalten werden. Ist kein kühler Wintergarten o.Ä. vorhanden, kann man z.B. ein frostfreies Gartenhäuschen zweckentfremden. Kamelien vertragen durchaus auch dunkle Überwinterungsplätze, möchten aber ausreichende Luftfeuchte und relativ ausgeglichene Temperaturen, was mit Heizen oder Lüften je nach Außentemperatur und Sonneneinstrahlung gewährleistet werden sollte. Sind die Pflanzen noch längere Zeit dem Wetter ausgesetzt, hilft auch hier das Schattieren mit Vlies und das Einpacken des Topfes.
Alle Kamelien können ohne Bedenken nach der Blüte geschnitten werden. Ausgepflanzte Exemplare werden im April/Mai mit organischen oder Moorbeetdüngern gedüngt, wobei jedoch eine geringere Dosis verwendet wird, als sie für Rhododendren empfohlen ist.
Kamelien in Töpfen bekommen ebenfalls im Frühjahr einen Langzeitdünger, den es in körniger oder perlierter Form für alle Pflanzen zu kaufen gibt. Auch hiervon werden nur geringe Mengen benötigt. Werden die Pflanzen nach der Blüte umgetopft und fertige Moorbeeterde beigemischt, erübrigt sich das Düngen, da in der neuen Erde genügend Nährstoffe enthalten sind. Zusätzlich kann man den getopften Pflanzen über Sommer in geringen Dosen Flüssigdünger für Moorbeetpflanzen oder andere Stärkungsmittel für immergrüne Pflanzen mit dem Gießwasser zukommen lassen.
Kamelien sind also durchaus keine zimperlichen Geschöpfe aus dem Pflanzenreich. Sie belohnen sinnvolle Pflege mit kostbarer Blütenfülle. |
|
|
|